Dynamische Stromtarife orientieren sich an den stündlichen Börsenstrompreisen. Diese FAQ erklärt, wie dynamische Tarife funktionieren und wann sie sich lohnen.

Bei einem dynamischen Stromtarif orientiert sich der Strompreis stündlich an den Preisen der Strombörse, statt wie bei klassischen Tarifen fix über einen längeren Zeitraum festgelegt zu sein. Verbraucher können so von günstigen Börsenpreisen profitieren, wenn sie ihren Verbrauch entsprechend verlagern.

Besonders attraktiv sind dynamische Tarife für Haushalte mit steuerbaren Großverbrauchern wie Wärmepumpe, E-Auto oder Batteriespeicher, die flexibel in günstige Preiszeiten verlagert werden können.

Voraussetzung ist in der Regel ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), das den Verbrauch viertelstündlich oder stündlich erfasst und an den Energieversorger übermittelt.

Es gibt sowohl Chancen als auch Risiken: Bei niedrigen Börsenpreisen lässt sich Geld sparen, bei Preisspitzen können einzelne Stunden aber auch teurer als klassische Tarife sein. Wer flexibel reagieren kann oder automatisiert steuert, profitiert in der Regel am meisten.

Mit einer PV-Anlage kann in sonnenreichen Stunden ohnehin Eigenverbrauch priorisiert werden, während in sonnenarmen Zeiten gezielt Netzstrom zu günstigen Börsenpreisen bezogen wird – idealerweise automatisiert über ein Energiemanagementsystem.

Ja, ein Speicher kann so gesteuert werden, dass er in Stunden mit besonders niedrigen Börsenstrompreisen zusätzlich aus dem Netz geladen wird, um in teureren Stunden Netzbezug zu vermeiden.

Ein Fixtarif garantiert einen gleichbleibenden Preis über die gesamte Vertragslaufzeit, während der dynamische Tarif stündlich schwankt und damit sowohl Sparchancen als auch Preisrisiken mit sich bringt.

In Deutschland sind Energieversorger mit mehr als 200.000 Kunden gesetzlich verpflichtet, ihren Kunden einen dynamischen Stromtarif anzubieten. Kleinere Anbieter können dies freiwillig tun.

Die stündlichen Preise werden meist einen Tag im Voraus veröffentlicht und sind über die App des jeweiligen Anbieters oder über öffentlich zugängliche Börsenstrompreis-Portale einsehbar.

Grundsätzlich ja, im Rahmen der jeweils gültigen Vertrags- und Kündigungsfristen des Anbieters. Ein Wechsel ist üblicherweise unkompliziert möglich.